Arzneipflanzen

Pate: Simon Krivec

FAMILIE: Brassicaceae (Kreuzblütengewächse).
HABITUS: Zweijähriges bis ausdauerndes Kraut, bis 60 cm hoch.
BLÄTTER: Blätter lanzettlich.
BLÜTEN: Blüten in einer Traube stehend, wohlriechend, Blütenkrone goldgelb oder bräunlich, 20 mm im Durchmesser.
BLÜTEZEIT: Mai bis Juni.
FRÜCHTE: Schoten behaart, bis 6 cm lang.
VERBREITUNG: Heimat Mittelmeergebiet. Bei uns am Mittelrhein, unterer Main; sonst als Zierpflanze.
DROGE:
Cheiranthus cheiri semen (Goldlacksamen).
INHALTSSTOFFE:
Cardenolidglykoside (0,5 %) mit Cheirotoxin, Erysimosid u.a. herzwirksamen Steroidglykosiden; Glucosinolate (1,5 % mit Glucocheirolin); fettes Öl (22 % mit Linol-, Eruca- , Linolen-, Palmitin- und Lignocerinsäure).
ANWENDUNG:
Früher u.a. bei Herzinsuffizienz.

Giftpflanze!

Standort:

Schöllkraut

Chelidonium majus L.

Pate: Olaf Kelber

FAMILIE: Papaveraceae (Mohngewächse).
HABITUS: Ausdauerndes Kraut, bis 60 cm hoch. Alle Pflanzenteile führen einen orangefarbenen Milchsaft.
BLÄTTER: Buchtig-fiederteilig, unterseits blaugrün.
BLÜTEN: 2 Kelchblätter, 4 gelbe Kronblätter.
BLÜTEZEIT: Mai bis Oktober.
VERBREITUNG: Europa, kalte und gemäßigte Gebiete Asiens. Bei uns gehört die verbreitet auftretende Pflanze zur so genannten Schutt- und Wegrandunkrautgesellschaft; sie gedeiht auf frischen, nährstoffreichen und meist lehmigen Böden.
DROGE:
Chelidonii herba (Schöllkraut).
INHALTSSTOFFE:
Alkaloide (bis 1 %) mit Coptisin, (+)-Chelidonin, Chelerythrin, Sanguinarin u.a., Chelidonsäure.
ANWENDUNG:
Innerlich: Bei Oberbauchschmerzen, Magen-Darm-Krämpfen, Flatulenz und Obstipation.

Anmerkung: Für hochdosierte Schöllkraut-Präparate besteht der Verdacht einer leberschädigenden Wirkung. Aus diesem Grund rät das „Committee on Herbal Medicinal Products“ (HMPC) von der Einnahme von Schöll-Kraut-Zubereitungen ab.

Standort:

Chinarindenbaum

Cinchona pubescens Vahl

Pate: Bettina Langenberg

FAMILIE: Rubiaceae (Rötegewächse).
HABITUS: Mittelgroßer, bis 15 m hoher Baum mit rundlicher dichtlaubiger Krone, Äste stehen rechtwinklig ab, junge Zweige sind behaart.
BLÄTTER: Groß, lang gestielt, länglich-elliptisch bis rundlich, mit ca. 12 bogigen Seitennerven; oberseits kahl, unterseits an den Nerven behaart.
BLÜTEN: Fast sitzend; Kronröhre rosa–rot, dicht seidenhaarig.
FRÜCHTE: längliche, kahle Kapsel.
VERBREITUNG: Tropisches Amerika; Kulturen in Indonesien, Zaire.
DROGE:
Cinchonae cortex (Chinarinde).
INHALTSSTOFFE:
5 – 15 % Alkaloide mit den Hauptbestandteilen Chinin (0,8 – 4 %), Chinidin (0,02 – 0,4 %), Cinchonin (1,5 – 3 %) und Cinchonidin (1,5 – 5 %), Bitterstoffe, Phenylpropane und Flavanoide, Säuren (Chinasäure, Kaffeesäure), Gerbstoffe (3 – 5 % Catechin-Gerbstoffe), Phlobaphene.
ANWENDUNG:
Innerlich: Als Bitterstoffdroge bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden.

Anmerkung: Der Reinstoff Chinin wird gegen Malaria, allerdings nur bei komplizierten Fällen in Kombination mit Doxycyclin bzw. Clindamycin, eingesetzt und auch bei nächtlichen Wadenkrämpfen verwendet. Chinidin ist ein Antiarrhythmikum.
Sowohl in der Kolonialzeit, als auch heute ist Chinin als Bittermittel Bestandteil in Erfrischungsgetränken. Hierbei darf laut der deutschen Aromaverordnung der Gehalt an Chinin in Spirituosen maximal 300 mg/L und in alkoholfreien Getränken maximal 85 mg/L betragen.
Als Nebenwirkung kann es bei Überempfindlichkeit gegenüber Chinin zu Hautallergien und Fieber kommen.

Standort: Noch nicht gepflanzt

Graubehaarte Zistrose

Cistus creticus L.

Pate: Birte Egloff

FAMILIE: Cistaceae (Zistrosengewächse).
HABITUS: Bis 1 m hoher, weiß-grau behaarter, vielästiger Strauch.
BLÄTTER: Eiförmig-lanzettlich.
BLÜTEN: Rosarot, mit 5 zerknitterten Kronblättern, zahlreichen gelben Staubblättern, fadenförmige Griffel.
BLÜTEZEIT: Dezember bis Juni.
FRÜCHTE: Rötliche Kapsel.
VERBREITUNG: Östliches Mittelmeer.
DROGE:
Cisti folium (Zistrosenblätter).
Cisti herba (Zistrosenkraut).
INHALTSSTOFFE:
Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren, Flavonoide, ätherisches Öl.
ANWENDUNG:
Äußerlich: Bei Hauterkrankungen.
Innerlich: Bei Durchfall und Erkältungskrankheiten.

Standort:

Herbst-Zeitlose

Colchicum autumnale L.

Pate: Astrid Egerer

FAMILIE: Colchicaceae (Herbstzeitlosengewächse).
HABITUS: Ausdauernde Knollenpflanze, bis 25 cm hoch. Blätter und Früchte entwickeln sich im Frühjahr. Blüten erscheinen im Herbst nach dem Absterben der Blätter.
BLÄTTER: Maiglöckchen-ähnlich.
BLÜTEN: Hellrosa, 6 Perigonblätter. In der Größe Krokus-ähnlich.
FRÜCHTE: Kapseln. Schwarze Samen.
BLÜTEZEIT: August bis Oktober.
VERBREITUNG: Mittel-, Süd- und West-Europa, Nord-Afrika. Bei uns auf Wiesen und in Auenwäldern sowie auf nährstoffreichen mehr oder weniger feuchten, lehmigen und tonigen Böden. In nördlichen Flachland fehlend.
DROGE:
Colchici semen (Herbstzeitlosensamen).
Colchici tuber (Herbstzeitlosenknollen).
INHALTSSTOFFE:
In den Samen Alkaloide mit Tropolonringstruktur (0,5 - 1,2 %). Hauptkomponente: Colchicin, ein nichtbasisches Alkaloid. In den Knollen 0,2 % Gesamtalkaloide, in der Zusammensetzung ähnlich wie die Samen.
ANWENDUNG:
Gichtmittel mit zuverlässiger Wirkung beim akuten Anfall. Colchicin als Mitosehemmstoff. Anwendung nur über Fertigarzneimittel.

Giftpflanze!

Standort: