Beete
Der Name „Flavonoid“ setzt sich zusammen aus der lateinischen Bezeichnung „flavus“ = „gelb“ und der griechischen Silbe „-oid“ = „ähnlich“. Tatsächlich gibt es in dieser Stoffklasse viele gelb gefärbte Verbindungen, von denen einige früher zum Färben von Wolle und Baumwolle verwendet wurden, z.B. das Quercetin in der Färber-Eiche (Quercus velutina). Auch viele Blütenfarbstoffe, die Anthocyane, gehören zu dieser Substanzklasse. Chemisch leiten sich Flavonoide vom Flavan als Grundkörper ab.
Die Substanzgruppe der Flavonoide ist im gesamten Pflanzenreich sehr weit verbreitet und wir nehmen mit der Nahrung täglich eine Vielzahl an Flavonoiden auf. In der Pflanze kommen sie überwiegend gekoppelt an Zuckerresten vor. Ohne Zucker spricht man von den sog. Aglykonen. Typisch sind verschiedene Substitutionsmuster phenolischer OH-Gruppen an den beiden Benzolringen. Einteilen lassen sich die Verbindungen nach dem Oxidationsgrad des sauerstoffhaltigen Rings (z. B. Flavone, Flavanone, Flavonole, Anthocyane). Der großen Vielfalt an Flavonoiden steht eine ebenso große Vielfalt ihrer Wirkungen gegenüber, die in vitro und in vivo beschrieben wurden. Folgende Eigenschaften werden verschiedenen Flavonoiden zugeschrieben: entzündungshemmend, antioxidativ, antimikrobiell, antiviral und antiproliferativ. Einzelne Stoffe zeigen auch eine spasmolytische (krampflösend), hepatoprotektive und kardioprotektive Wirkung.
Der Begriff „gerben“ bedeutet das Haltbarmachen von Tierhäuten (Lederherstellung) und stellt eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit dar. Neben mineralischen wurden insbesondere auch pflanzliche Gerbstoffe, wie z.B. solche, die in Kastanien- oder Eichenrinde enthalten sind, verwendet. Unter der Naturstoffklasse „Gerbstoffe“ versteht man wasserlösliche phenolische Verbindungen einer bestimmten Größe (500 bis 3000 Da), die mit Proteinen wechselwirken, sie denaturieren und ausfällen. Charakteristisch ist die Eigenschaft der Adstringenz (lat.: „adstringere“ = „zusammenziehen“).
Strukturell werden die pflanzlichen Gerbstoffe in vier Klassen eingeteilt: Catechingerbstoffe (leiten sich von Flavonoiden ab), Tannine, komplexe Gerbstoffe (Mischverbindungen aus den ersten beiden Gruppen) und sog. Lamiaceengerbstoffe. Typische Anwendungsgebiete für gerbstoffhaltige Drogen sind Entzündungen der Haut und Schleimhäute (Mund- und Rachenraum, Anal- und Genitalbereich). Innerlich werden sie bei unspezifischen Durchfallerkrankungen eingesetzt.
Lateinischer Name
Aesculus hippocastanum L.
Melaleuca alternifolia (Maiden & Betche) Cheel
Deutscher Name