Arzneipflanzen

Pate: Ulla und Karsten Albert

FAMILIE: Primulaceae (Primelgewächse).
HABITUS: Ausdauernde Rosettenpflanze, bis 30 cm hoch. 
BLÄTTER: In der Knopsenlage nach rückwärts eingerollt, runzelig, eiförmig, vorn abgerundet.
BLÜTEN: Einseitswendige Dolden. Krone hellgelb, im Schlund dunkler, meist geruchlos.
BLÜTEZEIT: März bis Mai.
FRÜCHTE: Zylindrisch geformte Kapselfrüchte, die meist länger als der Kelch sind.
VERBREITUNG: Europa bis Asien.
DROGE:
Primulae flos cum calyce (Schlüsselblumenblüten).
Primulae radix (Primelwurzel).
INHALTSSTOFFE:
Blüten: Flavonoide; Saponine; Carotinoide; Spuren von ätherischem Öl.
Wurzel: Triterpensaponine (4 - 10 %) mit Protoprimulagenin A als wichtigem Aglykon; Phenolglykoside, wie Primulaverin (1,5 - 2 % in der Märzdroge).
ANWENDUNG:
Innerlich: Katarrhe der Atemwege.

In Deutschland geschützte Pflanze.

Standort:

Echte Schlüsselblume

Primula veris L.

Pate: Bionorica SE

FAMILIE: Primulaceae (Primelgewächse).
HABITUS: Bis 25 cm hohe, ausdauernde Rosettenpflanze. 
BLÄTTER: In der Knopsenlage nach rückwärts eingerollt, runzelig, eiförmig.
BLÜTEN: In einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Krone dotter¬gelb mit 5 rotgelben, langen Flecken, meist wohlriechend.
BLÜTEZEIT: April bis Juni.
FRÜCHTE: 5 bis 10 mm lange, vom Kelch umgebene, eiförmige Kapselfrucht.
VERBREITUNG: West-, Mittel- und Südeuropa.
DROGE:
Primulae flos cum calyce (Schlüsselblumenblüten).
Primulae radix (Primelwurzel).
INHALTSSTOFFE:
Blüten: Flavonoide; Saponine; Carotinoide; Spuren von ätherischem Öl.
Wurzel: Triterpensaponine (4 - 10 %) mit Protoprimulagenin A als wichtigem Aglykon; Phenolglykoside, wie Primverin und Primulaverin; Spuren von ätherischem Öl.
ANWENDUNG:
Innerlich: Bei Katarrhen der Atemwege und als Expektorans bei erkältungsbedingtem Husten.
Gemäß „Committee on Herbal Medicinal Products“ (HMPC) werden 1 g zerkleinerte Blüten oder 0,5-1,5 g der fein geschnittenen Wurzeln mit 150 mL kochendem Wasser übergossen, nach 10-15 Minuten abgeseiht und 3-mal täglich eingenommen.

In Deutschland geschützte Pflanze.

Standort:

Pate: Anja und Henner Sostmann

FAMILIE: Rosaceae (Rosengewächse).
HABITUS: Sommergrüner, bis 8 m hoher Baum mit gräulich-schwarzer Borke.
BLÄTTER: Gestielt, lanzettlich, stumpf gesägt; erscheinen erst nach der Blüte.
BLÜTEN: Kurz-gestielt, weiß bis rosafarben, 5-zählig mit zahlreichen, unterschiedlich langen Staubblättern.
BLÜTEZEIT: März bis April.
FRÜCHTE: Flaumig behaarte, abgeflachte Steinfrüchte mit ledrigem Fruchtfleisch und löchrig-grubigem Steinkern sowie essbarem Samen.
VERBREITUNG: Südwestasien, in gemäßigt warmen Gebieten kultiviert.
DROGE:
Amygdalae oleum virginale (Natives Mandelöl).
Amygdalae oleum raffinatum (Raffiniertes Mandelöl).
INHALTSSTOFFE:
Im Samen: Amygdalin.
Öl: Acylglycerole mit v.a. Ölsäure und Linolsäure.
ANWENDUNG:
Das Öl v.a. in Hauptpflegeprodukten und gelegentlich als Nahrungsmittel.

Standort:

Pate: Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG

FAMILIE: Boraginaceae (Raublattgewächse).
HABITUS: Ausdauernde Halbrosettenpflanze, bis etwa 30 cm hoch, aufrecht.
BLÄTTER: Rau behaart, gelbgrün und stets mit rundlichen, oft scharf begrenzten, weißen Flecken versehen.
BLÜTEN: Radiär, 5-zählig, in Doppelwickeln; Kronröhre anfangs rot, später durch Änderung des pH-Wertes innerhalb der Blütenblätter blau.
BLÜTEZEIT: März bis Mai.
FRÜCHTE: Klausenfrucht.
VERBREITUNG: Weit verbreitet in Laubmischwäldern, gern an Bachufern.
DROGE:
Pulmonariae herba (Lungenkraut).
INHALTSSTOFFE:
Schleimstoffe, überwiegend aus Arabinogalactanen, Polygalacturonanen und Rhamnogalacturonanen bestehend; Flavonoide (0,4 %); Gerbstoffe (etwa 4 % Catechine, ca. 2 % Tannine); Ascorbinsäure (3 - 4 %); Allantoin (1 - 2 %), Mineralstoffe (um 14 %), darunter lösliche Kieselsäure (2,5 %); wenig Saponin, Chlorogen- und Rosmarinsäure.
ANWENDUNG:
Innerlich: Volkstümlich bei Erkrankungen der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts sowie der Niere und ableitenden Harnwege.
Die Wirksamkeit ist nicht belegt.

Standort:

Stiel-Eiche

Quercus robur L.

Pate: Expopharm/Messe

FAMILIE: Fagaceae (Buchengewächse).
HABITUS: Bis 50 m hoher Baum. Borke in der Jugend glatt und schwach grau-grün glänzend, später dick, tief längsrissig, graubraun. 
BLÄTTER: Buchtig gelappt, am Grund herzförmig mit Öhrchen. Blattstiel kürzer als 1 cm (Unterscheidung von der Traubeneiche).
BLÜTEN: Männliche Blüten in hängenden Kätzchen, weibliche Blüten zu 1 bis 5 an langem Stiel. 

BLÜTEZEIT: April bis Mai. 

FRÜCHTE: Nussfrucht (Eichel) in kahlem Fruchtbecher (Unterscheidung von der Flaumeiche).
VERBREITUNG: Fast ganz Europa in Laub- und Auenwäldern.
DROGE:
Quercus cortex (Eichenrinde).
INHALTSSTOFFE:
Gerbstoffe (8 - 20 %), Ellagitannine, Proanthocyanidine (z.B. Castalagin) und komplexe Tannine; Quercitol; Triterpene.
ANWENDUNG:
Äußerlich: Bei entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankungen, Entzündungen im Anal- und Genitalbereich.
Innerlich: Selten bei unspezifischen, akuten Durchfällen.

Anmerkung: Zur Gewinnung von Eichenrinde werden junge Zweige (sog. Stockausschläge) im Frühjahr geschält.

Standort: In der Wiese östlich des Beetes.