Arzneipflanzen

Pate: Ulf Schmücker

FAMILIE: Asteraceae (Korbblütler).
HABITUS: Ausdauernde, krautige Pflanze, bis 30 cm hoch; in allen Teilen weißer Milchsaft; bis 1 m lange, fleischige Pfahlwurzel; kurze, stark gestauchte Sprossachse.
BLÄTTER: 10 bis 30 cm lang, eilanzettlich, stark gezähnt, in grundständiger Rosette.
BLÜTEN: Blütenstände in den Blattachseln entspringend mit nur einem Blütenkörbchen; Stiel hohl, Blütenkörbchen mit zahlreichen sattgelben Zungenblüten.
BLÜTEZEIT: April bis Juni.
FRÜCHTE: Achäne mit Pappus („Pusteblume“). 
VERBREITUNG: Fettwiesen und Weiden der gesamten Nordhalbkugel.
DROGE:
Taraxaci officinalis radix (Löwenzahnwurzel).
Taraxaci officinalis herba cum radice (Löwenzahnkraut mit Wurzel).
INHALTSSTOFFE:
Bitterstoffe des Germacranolid- und Eudesmanolidtyps (Taraxacolid-ß-D-glucosid und andere); Flavonoide, Mineralstoffe; Phenolcarbonsäurederivat Taraxacosid; Triterpene; Inulin.
ANWENDUNG:
Innerlich: Bei Appetitlosigkeit und dyspeptische Beschwerden. Zur Anregung der Diurese.
Als Teezubereitung wird 1-3 g fein geschnittene Droge mit kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht.

Anmerkung: Bei häufigem Kontakt mit Löwenzahn, insbesondere dem Milchsaft, kann es zu Kontaktdermatitidien kommen. Nebenwirkungen bei therapeutischer Anwendung sind nicht bekannt.

Standort:

Europäische Eibe

Taxus baccata L.

Pate: Thomas Winckler

FAMILIE: Taxaceae (Eibengewächse).
HABITUS: Nadelbaum oder -strauch. Zweihäusig.
BLÄTTER: Bis 3 cm lange Nadeln, linealisch, spitz, oberseits dunkelgrün, unterseits hellgrün, gescheitelt am Zweig stehend.
BLÜTEN: Blattwinkelständig, sitzend.
BLÜTEZEIT: März bis April.
FRÜCHTE: Die weiblichen Blüten entwickeln um den Samen einen roten, fleischigen Becher (Samenmantel). Samen erbsengroß.
VERBREITUNG: Europa, Kaukasusgebiet bis Nordafrika. In Mitteleuropa fehlen natürliche Eibenwälder. Die Eibe wird bei uns in vielen Formen und Varietäten als Zier- und Parkbaum angepflanzt. Da sie schnittverträglich ist, wird sie gern als dichte Sichtschutzhecke gepflanzt.
Wildwachsende Bäume stehen unter Naturschutz.
DROGE:
Taxi baccatae herba (Taxus-baccata-Blätter).
INHALTSSTOFFE:
Alkaloide (Esterakaloide mit einem Gesamtgehalt von 0,7 - 2 %, vor allem Baccatin III); Biflavonoide; Phenole.
ANWENDUNG:
Alkaloide zur Weiterverarbeitung für Zytostatika.

Giftpflanze; nur der Arillus (Samenmantel) ist giftfrei.

Standort:

Abendländischer Lebensbaum

Thuja occidentalis L.

Pate: Frankfurter Sparkasse 1822

FAMILIE: Cupressaceae (Zypressengewächse)
HABITUS: Bis 20 m hoher Strauch oder Baum; Äste abstehend mit fast waagerecht ausgebreiteten Zweigen.
BLÄTTER: Schuppenförmig, dachziegelartig dicht beieinander stehend, unterseits einfarbig gelb- oder blaugrün, 2,5 bis 4 mm lang, beim Zerreiben duften sie herb aromatisch;
BLÜTEN: unscheinbare, einhäusige Blüten; männliche Blüten endständig, weibliche Blüten in knapp 1 cm langen Zapfen.
VERBREITUNG: Östliches Nordamerika. Bei uns vielfach angepflanzt, z.B. als Sichtschutz gebende Hecken. Es existieren etwa 300 verschiedene Gartensorten.
DROGE:
Thujae aetheroleum (Thujaöl).
Thujae summitates (Lebensbaumspitzen).
INHALTSSTOFFE:
Im ätherischen Öl vor allem Monoterpene, besonders verschiedene Isomere des Thujons. Die Lebensbaumspitzen enthalten 1,4 bis 4 % ätherisches Öl, Flavonoide/Biflavonoide, Gerbstoffe, Harze u.a.
ANWENDUNG:
Äußerlich: Thujaöl wurde als Einreibemittel gegen Rheuma oder Warzen verwendet. Das Öl ist hautreizend.
Innerlich: Als Bestandteil von Fertigarzneimitteln bei Atemwegsinfekten.

Standort: In der Wiese östlich des Beetes

Echter Thymian

Thymus vulgaris L.

Pate: Bionorica SE

FAMILIE: Lamiaceae (Lippenblütler).
HABITUS: Bis 40 cm hoher Zwergstrauch, aufrechte Stängel, sehr ästig, stark verholzt, grausamtig behaart. In Kultur meist nur 1- bis 3-jährig. Aromatischer Geruch.
BLÄTTER: 1 cm lang, unterseits grausamtig-filzig behaart, an den Rändern umgerollt, drüsig punktiert.
BLÜTEN: 4 bis 6 mm lange Krone, lila, weiß oder rosa, in Scheinquirlen.
BLÜTEZEIT: Juni bis September.
FRÜCHTE: Kugelförmige Nussfrüchte.
VERBREITUNG: Westliches Mediterrangebiet.
DROGE:
Thymi aetheroleum (Thymianöl).
Thymi herba (Thymian).
INHALTSSTOFFE:
Thymianöl: Thymol (30 - 50 %), p-Cymen (15 - 20 %), γ-Terpinen, (5 - 10 %), Carvacrol (1 - 5 %), Thymolmethylether (um 2 %), ferner weitere Monoterpene und Sesquiterpene, wie ß-Caryophyllen.
Kraut: Thymianöl um 2 %, zahlreiche Flavone; Lamiaceengerbstoff; Triterpene.
ANWENDUNG:
Innerlich: Als Expektorans bei Katarrhen der oberen Luftwege und Bronchitis. Bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes.
Als Teezubereitung wird 1,5-2 g Thymian mit kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht.

Anmerkung: In sehr seltenen Fällen kann es als Nebenwirkung zu Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Luftnot, Hautreaktionen und Schwellungen) kommen.

Arzneipflanze des Jahres 2006.

Standort:

Spanischer Thymian

Thymus zygis L.

Pate: Christel Wellner

FAMILIE: Lamiaceae (Lippenblütler).
HABITUS: Stark aromatisch duftender Zwergstrauch, 10 bis 30 cm hoch; Äste aufrecht und verholzt, mit dicht weißer Behaarung.
BLÄTTER: Sitzend, bis 10 mm lang, 1 mm breit, am Rand umgerollt; graugrün, drüsig gepunktet, unterseits weißfilzig und zumindest am Grund mehr oder weniger stark bewimpert.
BLÜTEN: Krone weißlich, zweilippig, ca. 4 mm lang; in Scheinquirlen in verlängerten, ährigen Blütenständen.
BLÜTEZEIT: Juli bis August.
FRÜCHTE: Klausen.
VERBREITUNG: Spanien und Portugal in Macchien und auf trockenen Hängen.
DROGE:
Thymi aetheroleum (Spanisches Thymianöl).
Thymi herba (Thymian).
INHALTSSTOFFE:
Ätherisches Öl: Thymol (30 - 60 %), p-Cymen (15 - 20 %), γ-Terpinen (um 8 %), Linalool (um 3 %), Carvacrol (um 3 %), Campher, ß-Caryophyllen, α-Terpineol, Thymolmethylether (0,3 %).
Kraut: Äther. Öl um 2 %, zahlreiche Flavone; Lamiaceengerbstoff; Triterpene.
ANWENDUNG:
Innerlich: Als Expektorans bei Katarrhen der oberen Luftwege und Bronchitis. Bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes.

Standort: