Arzneipflanzen

Pate: Bettina Langenberg

FAMILIE: Plantaginaceae (Wegerichgewächse).
HABITUS: Bis 50 cm hohe Staude. Grundständige Rosette. 
BLÄTTER: Lanzettförmig, 3 bis 7 Nerven, bis 30 cm lang, 2 bis 4 cm breit.
BLÜTEN: Bräunliche Ähren an langen Schäften mit trockenhäutigen Tragblättern, winzige Kronblätter.
BLÜTEZEIT: Mai bis September.
FRÜCHTE: Kapselfrüchte mit mehreren Samen.
VERBREITUNG: Kühl gemäßigte Zonen, weltweit.
DROGE:
Plantaginis lanceolatae folium (Spitzwegerichblätter).
INHALTSSTOFFE:
Kaffeesäurederivate (3 - 8 %) mit Acteosid als Hauptkomponente; Schleimstoffe (2 %), bestehend aus stark verzweigten Rhamnogalacturonanen, Arabinogalactanen und Glucomannanen; Iridoidglukoside (um 2%) mit Aucubin und Catapol; Flavonoide; Gerbstoffe (um 6,5 %); Kieselsäure.
ANWENDUNG:
Äußerlich: Bei entzündlichen Veränderungen der Haut.
Innerlich: Bei Katarrhen zur Reizlinderung im Mund- und Rachenraum.
Als Teezubereitung wird 2-4 g geschnittene Droge mit kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Die Droge ist häufig Bestandteil von Husten- und Bronchialtees.

Standort:

Gewöhnlicher Maiapfel (Entenfuß)

Podophyllum peltatum L.

Pate: Theo Dingermann

FAMILIE: Berberidaceae (Sauerdorngewächse).
HABITUS: Bis 30 cm hohe, Staude mit kriechendem Rhizom. 
BLÄTTER: Zu zweit, schirmartig, handförmig gelappt.
BLÜTEN: 4 bis 6 weiße Kronblätter, bis 5 cm breit, einzeln, endständig.
BLÜTEZEIT: Mai.
FRÜCHTE: In reifem Zustand rote, ovale Beeren.
VERBREITUNG: Östliches Nordamerika, Texas, Florida, sowohl wildwachsend als auch kultiviert.
DROGE:
Podophylli rhizoma (Podophyllwurzelstock).
INHALTSSTOFFE:
Harz (2 - 8 %). Das Harz wird als Podophyllinum (Podophyllumharz) aus dem Wuzelstock abgetrennt. Es enthält um 20 % Lignane, vor allem Podophyllotoxin, Desoxypdophyllotoxin, sowie α- und β- Peltatin.
ANWENDUNG:
Äußerlich: Podophyllotoxin gegen Feigwarzen.
Innerlich: Halbsynthetische Präperate aus den Podophyllinkomponenten werden als Zytostatika eingesetzt (Etoposid, Teniposid).

Giftpflanze!

Standort:

Bittere Kreuzblume

Polygala amara L.

Pate: (Waise)

FAMILIE: Polygalaceae (Kreuzblumengewächse).
HABITUS: Ausdauernde, krautige Pflanze, bis 20 cm hoch. Durch den reichverzweigten Erdstock rasenbildend. Stängel unverzweigt. 
BLÄTTER: Angeordnet als Blattrosette. Die vergleichweise kleinen Blätter schmecken gallig-bitter.
BLÜTEN: Kräftig blau gefärbt, ca. 5 mm lange Blütenkrone, deutlich in Röhre, Kiel und Anhängsel gegliedert, die Kronblattanhängsel haben 12 bis 35 Fransen; reichblütige Blütentrauben.

BLÜTEZEIT: Mai bis August.
FRÜCHTE: 3,5 bis 5,5 mm lange und 3,5 bis 4,5 mm breite Kapselfrucht.
VERBREITUNG: In Norddeutschland fehlend, in Mitteleuropa vereinzelt, im Süden häufig auf Steinrasen und Felsfluren.

DROGE:
Polygalae amarae herba (Bitteres Kreuzblumenkraut).
Polygalae amarae radix (Bittere Kreuzblumenwurzel).
INHALTSSTOFFE:
Saponine (Kraut: Um 1 % mit Senegin); Salicylsäuremethylester; Bitterstoffe; Gerbstoffe; etwas ätherisches Öl.
ANWENDUNG:
Innerlich: In der Volksheilkunde als Stomachikum.

Standort: noch nicht gepflanzt

Gänse-Fingerkraut

Potentilla anserina L.

Pate: Lilly Henriette Gress

FAMILIE: Rosaceae (Rosengewächse).
HABITUS: Bis 8 cm hohe Staude mit verzweigtem Rhizom. Durch Ausläufer dichte Bestände bildend. 
BLÄTTER: Länglich, bis 20-fach unterbrochen gefiedert, unterseits seidenhaarig bis weißfilzig, bis 20 cm lang.
BLÜTEN: Langgestielt. 5 goldgelbe Kronblätter, zahlreiche Staubblätter.
BLÜTEZEIT: Mai bis August.
FRÜCHTE: Einsamige Nüsschen.
VERBREITUNG: Gemäßigte und kalte Zonen der Nordhemisphäre. Die Pflanze gehört zur sog. Trittpflanzengesellschaft auf nährstoffreichen Sand-, Lehm- oder Tonböden.
DROGE:
Potentillae anserinae herba (Gänsefingerkraut).
INHALTSSTOFFE:
Gerbstoffe, bis 10 %, überwiegend vom Typ der Ellagitannine; Flavonoide, wie Quercitrin; Anthocyanidin, Cyanidin, Leucodelphinidin; Phenolcarbonsäure, wie p-Cumarsäure und Ferulasäure.
ANWENDUNG:
Innerlich: Bei leichten dyspeptische Beschwerden und zur Unterstützung der Therapie leichter Durchfallerkrankungen. Leichte Entzünndungen im Bereich der Mund- und Rachenschleimhaut.
Als Teezubereitung werden 2 g fein geschnittene Droge mit kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht.

Standort:

Aufrechtes Fingerkraut (Blutwurz)

Potentilla erecta (L.) Raeusch.

Pate: Dieter Vogelbacher

FAMILIE: Rosaceae (Rosengewächse).
HABITUS: Bis 30 cm hohe Rhizomstaude. Wurzelstock 1 bis 3 cm dick, außen dunkelbraun, an den Schnittflächen rötlich anlaufend. Stängel oft niederliegend, bis 50 cm lang. 
BLÄTTER: Bis 3 cm lang, kahl, 3-zählig gefingert, gesägter Rand.
BLÜTEN: Gelb, langgestielt, etwa 1 cm breit, meist 4 Kronblätter.
BLÜTEZEIT: Juni bis August.
VERBREITUNG: Gemäßigtes Eurasien. Bei uns verbreitet vorkommend auf Grasrasen und Heiden in kalkfreien Böden.
DROGE:
Tormentillae rhizoma (Tormentillwurzelstock).
INHALTSSTOFFE:
Gerbstoffe (um 20 %) mit oligomeren Proanthocyanidinen (Hauptkomponente: Procyanidin B₃) und Ellagitanninen (z.B. Agrimoniin); Triterpene, Flavonoide.
ANWENDUNG:
Innerlich: Bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen sowie leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum.
Als Teezubereitung wird 2-3 g fein geschnittene oder grob gepulverte Droge mit kaltem Wasser angesetzt, kurz aufgekocht und anschließend nach kurzer Zeit abgeseiht. Hierbei führt das Kochen unter anderem zur Hydrolyse der Ellagitannine und zu einer verminderten Gerbstoffwirkung.

Standort: