Arzneipflanzen

Volgelbeere

Sorbus aucuparia L.

Pate: Gemeinde Aigen im Ennstal

FAMILIE: Rosaceae (Rosengewächse).
HABITUS: Bis 15 m hoher Baum mit glatter Borke.
BLÄTTER: Unpaarig gefiedert mit 5 bis 7 Fiederpaaren.
BLÜTEN: Weiß in Doldenrispen mit vergleichsweise unangenehmem Geruch (Methylamin).
BLÜTEZEIT: Mai bis Juni.
FRÜCHTE: Leuchtend rote, bittere, dreifächerige Apfelfrucht.
VERBREITUNG: verbreitet in Gebüschen und bodensauren Wäldern.
DROGE:
Sorbi aucupariae fructus (Vogelbeeren).
INHALTSSTOFFE:
Ascorbinsäure (um 0,1 %). Parasorbinsäure, die beim Trocknen zu Sorbinsäure abgebaut wird. Cyanogene Glucoside (< 0,1 %). Saccharose (um 10 %).
ANWENDUNG:
Vitamin-C-Quelle.

Anmerkung: Die Einnahme der rohen Früchte kann zu Magenproblemen führen (Parasorbinsäure). Gekochte Früchte sind gut essbar.

Standort: südöstlich des Beetes

Pate: Ute Scheffer

FAMILIE: Fabaceae (Schmetterlingsblütler)
HABITUS: Bis 2 m hoher Rutenstrauch mit 5-kantigen Zweigen.
BLÄTTER: Klein, 3-zählig mit weichbehaarten Fiederblättchen.
BLÜTEN: Goldgelbe, große Schmetterlingsblüten
BLÜTEZEIT: Mai bis Juni
FRÜCHTE:  Zusammengedrückte und an beiden Nähten zottig bewimperte Hülsen.
VERBREITUNG: Verbreitet auf sonnigen, stickstoffarmen, sandigen Böden; frostempfindlich.
DROGE:
Cytisi scoparii herba (Besenginserkraut).
INHALTSSTOFFE:
Chinolizidinalkaloide, besonders (–)-Spartein (um 1 %). Im Kraut zudem Phenylalaninderivate, Flavonoide und Isoflavone.
ANWENDUNG:
Innerlich: Wässrige-ethanolische Auszüge bei funktionellen Herz- und Kreislaufbeschwerden.

Standort:

Pate: Holger Gottschalk

FAMILIE: Asteraceae (Korbblütler).
HABITUS:  Mehrjährige krautige, wärmeliebende Pflanze, 70 bis 100 cm hoch.
BLÄTTER: Gegenständig, bis 6 cm lang, lanzettlich-eiförmig und leicht gezähnt.
BLÜTEN: Blütenkörbchen (5 - 7 mm lang) zu Trugdolden zusammengefasst und endständig, mit nur 2 - 6 unscheinbaren, weißen Blüten.
BLÜTEZEIT: Im Spätsommer.
FRÜCHTE: Achäne
VERBREITUNG: Östliches und nordöstliches Paraguay. Die Pflanze ist nicht frosthart und wird deshalb meist einjährig kultiviert. Im Rheinland werden oder wurden Feldversuche zum Anbau der Pflanze durchgeführt.
DROGE:
Steviae rebaudianae folium (Steviablätter).
INHALTSSTOFFE:
Glykosidische Diterpene wie Steviosid (7 %), Rebaudiosid (um 3 %) Rebaudiosid C (um 0,5 %) und Dulcosid. Ferner Diterpene des Labdantyps; Flavonoide; ätherisches Öl (0,1 - 0,4 %) mit Nerodiol u.a.
ANWENDUNG:
Süßungsmittel (Steviosid ist 300-fach süßer als Rohrzucker).

Standort:

Echter Beinwell

Symphytum officinalis L.

Pate: P&G Health Germany

FAMILIE: Boraginaceae (Raublattgewächse).
HABITUS: Bis 1 m hohe, krautige Staude. Aufrechte, fleischige, steifhaarige Stängel durch herablaufende Blätter kantig und geflügelt.
BLÄTTER: Bis 20 cm mal 6 cm groß, am Spross herablaufend. Unterseits stark hervortretende Nerven, borstig behaart.
BLÜTEN: Schmutzig rotviolett oder gelblichweiß, glockig, in so genannten Doppelwickeln.
BLÜTEZEIT: Mai bis Juli.
FRÜCHTE: Klausenfrüchte, zerfallen in 3-4 mm eiförmige Klausen (Teilfrüchte), die glatt, glänzend und schwarz sind.
VERBREITUNG: Europa bis Zentralasien. Auf Nasswiesen, in Auen- und Bruchwäldern.
DROGE:
Symphyti folium(Beinwellblätter).
Symphyti herba (Beinwellkraut).
Symphyti radix (Beinwellwurzel).
INHALTSSTOFFE:
Allantoin (Wurzel 0,6 - 0,8 %); Schleimstoffe; Pyrrolizinalkaloide (0,2 % - 0,4 %), wie Echimidin, Lasiocarpin und Symphytin sowie deren N-Oxide; Gerbstoffe.
ANWENDUNG:
Äußerlich: Zur Behandlung von Schmerzen und Schwellungen bei Kniegelenksarthrose; Prellungen und Zerrungen nach Sport- und Unfallverletzungen.

Anmerkung: Wegen des Gehalts an hepatotoxischen, mutagenen und kanzerogenen Pyrrolizidinalkaloiden ist die Zulassung mit Auflagen verbunden. So dürfen Symphytum-Zubereitungen eine Tageshöchstgrenze an Pyrrolizidinalkaloiden, mit 1,2 ungesättigtem Necin-Gerüst, von 100 µg nicht überschreiten. Allerdings gibt es Züchtungen von Pflanzen, die sehr wenige oder gar keine toxischen Alkaloide enthalten.

Standort:

Pate: Andrea, Marie und Franziska Bartl

FAMILIE: Asteraceae (Korbblütler).
HABITUS:  Ausdauernde, krautige Pflanze mit stark kamillenartigem Geruch, bis 80 cm hoch. Stängel aufrecht, fein gerillt und oft braunrot überlaufen.
BLÄTTER: Tief fiederteilig, hellgrün.
BLÜTEN: 10 bis 25 mm breite Blütenköpfchen, zahlreich in lockerer Doldentraube. Zungenblüten weiß, Röhrenblüten gelb.
BLÜTEZEIT: Juni bis August.
FRÜCHTE: Achäne.
VERBREITUNG: Vorderasien. Bei uns eine häufig gepflanzte Zierstaude, hin und wieder verwildert, gebietsweise eingebürgert.

Standort:

DROGE:
Chrysanthemi parthenii herba (Mutterkraut).
INHALTSSTOFFE:
Ätherisches Öl (um 0,75 %) mit Monoterpenen, wie Borneol, Campher, Terpinen-4-ol, Artemisiaketon; mehrere Sesquiterpenlactone (Parthenolid); Flavonoide.
ANWENDUNG:
Innerlich: Vorbeugung gegen Migräne. Dysmenorrhoe.
Die Wirksamkeit ist nicht belegt.