Arzneipflanzen

Pfefferminze 

Mentha x piperita L.

Pate: Judith Heyeckhaus und Uwe Dettmar

FAMLILIE: Lamiaceae (Lippenblütler).
HABITUS: Bis 80 cm hohe ausdauernd-krautige, aromatische Staude. Stängel rot überlaufen, kahl, glänzend.
BLÄTTER: Gestielt, mit gesägtem Rand.
BLÜTEN: Scheinähren. Kronblätter lila.
BLÜTEZEIT: Juni bis Juli.
VERBREITUNG: Europa, Nord-Amerika. Bei uns kommt Pfefferminze nur als Kulturpflanze vor. Sie stellt hohe Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit und benötigt einen sonnigen Standort. Da sie steril ist, erfolgt die Vermehrung ausschließlich durch Stecklinge.
DROGE:
Menthae piperitae aetheroleum (Pfefferminzöl).
Menthae piperitae folium (Pfefferminzblätter).
INHALTSSTOFFE:
Ätherisches Öl: Menthol, Menthon, Menthylacetat (zusammen 50 - 70 %), Neomenthol, Isomenthon, Menthofuran, Limonen u.a. Monoterpene; ß-Caryophyllen und Germacren D. Blätter: 0,5 - 4 % ätherisches Öl (s.o.); Lamiaceen-Gerbstoffe (∼ 4 %); Kaffeesäure, p-Cumarsäure; Triterpene.
ANWENDUNG:
Äußerlich: Zur Anwendung bei rheumatischen Beschwerden, Spannungskopfschmerzen und Hautsymptomen wie Juckreiz, Nesselsucht und schmerzhaften Hautreizungen.
Innerlich: Krampfartige Beschwerden im Bereich von Magen/Darm und der Gallenwege. Dazu Pfefferminzöl bei Katarrhen der Luftwege.
Als Teezubereitung werden 1,5 g Pfefferminzblätter mit kochendem Wasser übergossen, für 5-10 Minuten bedeckt stehen gelassen und anschließend abgeseiht. Zur Inhalation können 3-4 Tropfen Pfefferminzöl in heißes Wasser gegeben und inhaliert werden.

Anmerkung: Arzneipflanze des Jahres 2004.

Standort:

Pate: Renate Tiebel

FAMILIE: Menyanthaceae (Fieberkleegewächse).
HABITUS:  Ausdauernde, krautige Sumpfpflanze mit langkriechendem Wurzelstock.
BLÄTTER: Am Ende des Rhizoms sprossend, langgestielt, kahl, sich über den Wasserspiegel erhebend; Spreite in drei verkehrt-eiförmige Blättchen geteilt.
BLÜTEN: Rötlich-weiß, Krone bis zur Mitte 5-teilig, auf der Innenseite bärtig; in aufrechter, ziemlich dichter Traube.
BLÜTEZEIT: Mai bis Juni.
FRÜCHTE: Zweiklappige Kapsel mit mehreren glatten, braunen, eiförmigen Samen.
VERBREITUNG: Flach- und Quellmoore, Sumpfwiesen.
DROGE:
Menyanthidis trifoliatae folium (Bitterkleeblätter).
INHALTSSTOFFE:
Bitterstoffe der Secoiridoidglykosid-Gruppe, wie 7',8'-Dihydrofoliamenthin, Loganin, Swerosid; ferner Cumarine; Hyperosid (um 1 %); Hydroxykaffeesäurederivate; wenig Pyridinalkaloide.
ANWENDUNG:
Innerlich: Bei Dyspeptischen Beschwerden und Appetitlosigkeit. Allerdings konnte die Wirkung nicht nachgewiesen werden.

Anmerkung: In Deutschland geschützte Art.

Standort:

Pate: Ulf Schmücker

FAMILIE: Myrtaceae (Myrtengewächse).
HABITUS: Immergrüner, bis 5 m hoher, reich verzweigter Strauch; ältere Zweige kahl, jüngere drüsenhaarig.
BLÄTTER: Derb, ganzrandig, kurz gestielt, zugespitzt eilanzettlich, 1 bis 5 cm lang, durchscheinend drüsig punktiert.
BLÜTEN: Bis 3 cm breit, weiß, duftend, einzeln in Blattachseln auf bis 3 cm langen Blütenstielen.
BLÜTEZEIT: Mai bis August.
FRÜCHTE: Aus unterständigem Fruchtknoten entwickelt sich eine ca. 1 cm große blauschwarze Beere.
VERBREITUNG: Mittelmeergebiet, Kanarische Inseln, im Osten bis Zentralasien.
DROGE:
Myrti aetheroleum (Myrtenblätteröl).
Myrti folium (Myrtenblätter).
INHALTSSTOFFE:
Öl: 1,8-Cineol (bis 45 %), α-Pinen (bis 38 %), Myrtenöl (bis 5 %) und Myrtenylacetat (bis 20 %) sowie Linalool (bis 19 %).
Blätter: Zusätzlich Gerbstoffe (bis 20 %), Flavonole.
ANWENDUNG:
Innerlich: Bei Erkrankungen der Atmungsorgane wie Bronchitis, Sinusitis, Keuchhusten und Schnupfen. Zudem bei Prostatitis und Erkrankungen der Harnblase. Außerdem wird die Blattdroge auch bei Hämorrhoiden angewendet.

Standort: noch nicht gepflanzt

Indische Lotusblume

Nelumbo nucifera Gaertn.

Pate: Maike Windbergs

FAMILIE: Nelumbonaceae (Lotusgewächse).
HABITUS: Ausdauernde Wasserpflanze mit Rhizomen.
BLÄTTER: Laubblätter verschieden gestaltig (Heterophyllie) mit flüssigkeitsabweisender Oberfläche (Lotuseffekt).
BLÜTEN: Zwittrige Blüten mit zahlreichen Staubblättern und zahlreichen freien Fruchtblättern.
VERBREITUNG: Heimat Asien und nördliches Australien; die zweite Art der Familie Nelumbo lutea ist in Amerika heimisch.
DROGE:
Nelumbinis folium (Lotusblätter).
Nelumbinis semen (Lotussamen).
INHALTSSTOFFE:
Nuciferin, Roemerin, Nornuciferin (Blätter) Lotusin, Demethylcoclaurin, Liensinin, Isoliensinin (Samen).
ANWENDUNG:
Innerlich: In der traditionellen chinesischen Medizin als blutstillendes Mittel, Diuretikum, Lipidsenker (Blätter) bzw. als Blutdruck- und Blutzuckersenker sowie als Immunstimulans (Samen).
Alle Pflanzenteile werden vielfältig genutzt: Stängelfasern werden zu Lotusseide versponnen; Wurzeln, Früchte, Samen und Stängel werden gegessen; Blätter dienen als Verpackungsmaterial für Speisen.

Standort: Wasserbecken im "System" des Wissenschaftsgartens.

Pate: Peter und Cornelia Schmidt zur Nedden

FAMILIE: Apocynaceae (Hundsgiftgewächse).
HABITUS: Immergrüner, verholzender, bis 5 m hoher, kahler Strauch
BLÄTTER: Ledrig, dunkelgrün, lanzettlich, zu 3 quirlständig, selten gegenständig; in den Stiel verschmälert, mit starkem Mittelnerv und zahlreichen, fast parallelen Seitennerven; Rand eingerollt.
BLÜTEN: Zwittrig, radiärsymmetrisch, 5-zählig, in endständigen trugdoldigen Rispen angeordnet; Kronblätter mit geschlitzter Nebenkrone.
BLÜTEZEIT: Juni bis September.
FRÜCHTE: Bis 15 cm langer, deutlich kantiger Balg mit zahlreichen Samen.
VERBREITUNG: Gesamter Mittelmeerraum, Naher und Mittlerer Osten, Indien bis China.
DROGE:
Oleandri folium (Oleanderblätter).
INHALTSSTOFFE:
Cardenolidglykoside in allen Pflanzenteilen, Blätter: 1 – 2 % Cardenolidglykoside; bis zu 0,5 % Flavonolglykoside; geringe Mengen Triterpene; bis 1,5 % stark saures Polysaccharid.
ANWENDUNG:
Innerlich:Bei Herzinsuffizienz. Heute nicht mehr als Droge eingesetzt, sondern in Form von Reinglykosiden.

Giftpflanze!

Standort: Kübelpflanze