Beete
Schleimstoffe sind eine Gruppe von Substanzen, die aus heterogen zusammengesetzten Kohlenhydratketten bestehen (Heteropolysaccharide). Diese langen und mehrfach verzweigten Zuckerketten enthalten neutrale und saure Komponenten. Die Grundbausteine sind Monosaccharide, wie Rhamnose, Xylose, Arabinose, Galactose und wenig Glucose sowie Uronsäuren, wie vor allem Galacturonsäure aber auch Glucuronsäure. Entsprechend der Zusammensetzung und dem Aufbau der Polysaccharidketten gibt es neutrale und saure Schleimstoffe. Einfache Beispiele sind Galactomannane (neutral reagierend) bzw. Polyuronsäuren (sauer reagierend).
Schleimstoffe können in den Gewebszellen als Anlagerungsprodukte an die sekundäre Zellwand oder als Zellinhaltsschleime in der Vakuole vorkommen. Sie sind im Wesentlichen als Reservepolysaccharide anzusehen.
Die Schleimstoffe haben in Abhängigkeit von ihrem Aufbau unterschiedliche physikochemische Eigenschaften. Sie nehmen mehr oder weniger viel Wasser auf und haben demgemäß als Hydrokolloide (schleimartige Kolloide oder Gele) milieubedingte Eigenschaften, die von wasserlöslich, quellbar bis wasserunlöslich reichen. Diese unterschiedliche Wasseraufnahmekapazität wird durch die sogenannte Quellungszahl erfasst, die ein Qualitätskriterium einer Schleimdroge darstellt.
Im Wesentlichen wirken Schleimstoffe nur lokal, da sie nicht, oder nur sehr gering absorbiert werden. Ein Hauptanwendungsgebiet stellt der Reizhusten dar. Da Schleimstoffe mit Wasser stark viskose Flüssigkeiten ergeben, bilden sie eine Schutzschicht aus und wirken lindernd auf gereizte Schleimhäute, insbesondere im Bereich des Rachens, des Kehlkopfes und der Luftröhre. Man nimmt an, dass dadurch der Hustenreiz gelindert wird.
Das zweite Hauptanwendungsgebiet sind Störungen im Magen-Darm-Trakt. Zum einen können Schleimstoffe durch ihre reizlindernde Wirkung bei leichten gastritischen Beschwerden eingesetzt werden. Zum anderen haben sie verdauungsregulierende Eigenschaften: Bei Durchfall kommt die wasserbindende Wirkung zum Tragen. Bei Verstopfung machen sie – vorausgesetzt es wird ausreichend viel dazu getrunken – den Darminhalt weicher und regen die Darmperistaltik an. Die äußerliche Anwendung bei Entzündungen und Geschwüren spielt heute keine Rolle mehr.
Lateinischer Name
Aesculus hippocastanum L.
Melaleuca alternifolia (Maiden & Betche) Cheel
Deutscher Name