Beete
Der Name „Alkaloid“ setzt sich zusammen aus der arabischen Bezeichnung „alkali“ = „Pflanzenasche“ und der griechischen Silbe „-oid“ = „ähnlich“. Damit nimmt der Name Bezug auf die basische (laugenähnliche) Eigenschaft der chemischen Verbindungen dieser Gruppe. Die Basizität der Alkaloide beruht darauf, dass sie stickstoffhaltig sind. Dieses N-Atom, das überwiegend in chemische Ringsysteme eingebaut ist, stammt meist von einer Aminosäure, wie z.B. Tryptophan, Tyrosin oder Lysin.
Alkaloide sind eine strukturell extrem vielgestaltige Naturstoffklasse. Man kennt mehr als 15.000 verschiedene Verbindungen, die sich unterschiedlich klassifizieren lassen, z.B. nach der botanischen oder biosynthetischen Herkunft, oder der zugrundeliegenden chemischen Struktur (N-Heterozyklus). Etwa 10 bis 20 % aller Pflanzen bilden Alkaloide, sie kommen aber auch in einigen Bakterien, Pilzen und Tieren vor. Für den Organismus, der sie erzeugt, sind Alkaloide nicht giftig und nicht lebensnotwendig. Allerdings sind sie von ökologischer Bedeutung, da sie eine Schutzfunktion z.B. gegen Fraßfeinde haben.
Alkaloide gehören zu den ersten Wirksubstanzen, die aus Pflanzen aufgereinigt wurden. Beispielsweise isolierte der Apotheker Friedrich Sertürner bereits 1806 das Morphin aus dem Schlafmohn. Viele der Alkaloid-Reinsubstanzen dienten schon damals als wertvolle Arzneimittel und sind auch heute aus dem Arzneimittelschatz nicht mehr wegzudenken (z.B. Chinin, Morphin, Pilocarpin, Atropin). Immer noch werden neue pflanzliche Alkaloide entdeckt, die beispielsweise die Tumortherapie extrem bereichern.
Die Besonderheit der Alkaloide ist die sehr ausgeprägte pharmakologische und/oder toxische Wirkung auf den Menschen (Morphin als Schmerzmittel, Aconitin als starkes Gift). Oft interagieren diese Substanzen hochspezifisch mit einer Zielstruktur im Körper (z.B. Rezeptor, Ionenkanal, Enzym). Ihre Bedeutung liegt aber nicht nur in der Therapie, Alkaloide waren auch wichtige Werkzeuge für die Grundlagenforschung. Z.B. spielten Hyoscyamin und Physostigmin eine entscheidende Rolle bei der Entdeckung der chemischen Übertragung von Nervenimpulsen durch den Frankfurter Mediziner Otto Loewi (Nobelpreis 1936).
Lateinischer Name
Aesculus hippocastanum L.
Melaleuca alternifolia (Maiden & Betche) Cheel
Deutscher Name